Was ist OSINT? Grundlagen der Open-Source-Intelligence
OSINT steht für Open-Source-Intelligence – die Gewinnung von Erkenntnissen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Anders als bei verdeckten Methoden werden dabei ausschließlich Informationen genutzt, die frei verfügbar sind: Webseiten, soziale Netzwerke, Register, Karten, Bilder, Dokumente oder Foren.
Woher stammen die Daten?
Öffentliche Quellen sind vielfältiger, als viele annehmen. Typische Kategorien sind:
- Soziale Medien – Profile, Beiträge, Verknüpfungen und Metadaten.
- Register & Datenbanken – Handels-, Vereins- oder Grundbuchauszüge, Fachportale.
- Geodaten – Karten, Satelliten- und Straßenbilder zur Verortung.
- Medien & Archive – Presse, Blogs, zwischengespeicherte Seiten.
- Technische Spuren – Domains, Zertifikate, öffentlich erreichbare Dienste.
Warum Methodik zählt
Der Unterschied zwischen bloßem „Googeln" und professionellem OSINT liegt in der Systematik. Jede Erkenntnis braucht eine nachvollziehbare Quelle, einen Zeitstempel und – im Idealfall – eine zweite, unabhängige Bestätigung. Nur so bleibt eine Recherche belastbar und ist später im Bericht überprüfbar.
Eine Information ohne dokumentierte Quelle ist im Ernstfall wertlos.
Rechtlicher und ethischer Rahmen
Öffentlich zugänglich bedeutet nicht automatisch „beliebig verwertbar". Datenschutz, Zweckbindung und Verhältnismäßigkeit setzen Grenzen. Wer OSINT professionell betreibt, klärt vorab den rechtlichen Rahmen und dokumentiert, warum welche Daten erhoben wurden.
In den folgenden Artikeln schauen wir uns den strukturierten Recherchezyklus sowie die operative Sicherheit (OPSEC) genauer an.